Was ist JobCoaching?

Was JobCoaching alles sein kann

Wer den Begriff Jobcoaching googelt, findet neben kommerziellen Anzeigen von Unternehmensberatungen, Führungskräfte- und StrCOACHINGategieberatungen und unzähligen Akademien und Instituten auch Informationen zum sog. Berliner JobCoaching, einer 2013 von Dilek Kolat initiierten, senatsgeförderten Errungenschaft, die jedem Hartz IV-Empfänger einen Coach zur Seite stellt. Anbieter dieser Dienstleistung sind verschiedene Berliner Bildungsträger. Über 200 MitarbeiterInnen wurden zu JobCoaches ausgebildet, um ALG II-Empfänger/innen in allen Belangen der Jobfindung zu unterstützen. Auch individuelle Beratungsangebote, die von Bildungsträgern und Vermittlungsagenturen angeboten und über Arbeitsagenturen oder andere Sozialträger finanziert werden, werden JobCoaching genannt.

JobCoaching hat irgendwie mit Arbeit zu tun

Kürzlich schrieb eine Personal-Leasingfirma die Position Jobcoach aus und erwartete Unterstützung im Recruiting- und in der Vermittlung. Auch Fachtrainings, die individuell am Arbeitsplatz durchgeführt werden, werden hin und wieder (statt Training on the Job) Jobcoaching genannt. Consultingfirmen, die das JobCoaching anbieten, verstehen darunter üblicherweise die Stärkung von Mitarbeiter/innen in neuen (Führungs-) Position; Strategieberater/innen sehen darin eher die Beratung von Geschäftsführer/innen oder Unternehmen/innen und die Akademien wollen die Berater/innen ausbilden. Eine allgemein anerkannte Ausbildung zum Jobcoach gibt es nicht und ob es sich hierbei um einen Beruf oder eine Spezialisierung handelt, ist eine Frage, die ich gerne an einer anderen Stelle thematisiere. Was alle JobCoaching-Anbieter auf jeden Fall gemeinsam haben, ist der Bezug zum Kontext Arbeit.

Das Gießkannenprinzip wurde ersetzt

Während früher Arbeitsuchende in Massen durch Maßnahmen geschleust wurden, setzen Arbeitsagenturen und JobCenter aktuell auf individuelle Betreuung und Coaching. Mit dem AVGS = Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein können ALGI- und ALGII-Empfänger/innen Coachingleistungen bei einem Anbieter ihrer Wahl in Anspruch nehmen. Die Ergebnisse sind gut und die Nachfrage ist groß! Unter den JobCoaches sind ebenso viele Berufe vertreten, wie Coaching-Ansätze. So gehen z. B. private Arbeitsvermittler/innen mit einem anderen Hintergrund in die Beratung als Ausbilder/innen, Sozialpädagog/innen oder Psycholog/innen, Verwaltungsfachangestellte oder Betriebswirte. Nicht jeder JobCoach hat eine Coaching-, Trainer- oder Beraterausbildung, was wahrscheinlich auch nicht für jeden Fall zwingend notwendig ist.

Mal nur ein Impuls, mal tiefe Klärungsarbeit

Manchmal braucht es nur einen Hinweis zur Optimierung der Bewerbungsunterlagen oder ein Impuls zur Jobsuche. Hier sind erfahrene Profis gefragt, die den Arbeitsmarkt und das Bewerbermanagement von Personalern kennen. Doch wenn es um grundsätzliche Fragen der  (Neu-)orientierung und Entscheidungen geht, sind neben der Erfahrung, professionelle Beratungs- und Coachingmethoden unabdingbar. Den passenden Coach zu finden ist entweder Glücksache oder das Ergebnis aus mehreren Probesitzungen.

Spezialisierung macht Sinn

Wer sich als ALGI oder ALGII- Empfänger/in in Berlin für ein JobCoaching interessiert, wird auf die Weiterbildungsdatenbank verwiesen, um selbst den passenden Anbieter zu finden. Für Suchende ist es sehr entlastend, wenn sie auf Anhieb erkennen, welches Angebot bzw. welcher Anbieter sie in ihrer individuellen Situation weiterbringt.

Kompetenzberatung im JobCoaching

Menschen, die Klarheit über ihre Talente und Kompetenzen bekommen wollen um sich beruflich neu ausrichten zu können, empfehle ich unbedingt eine Kompetenzberatung. Da ich selbst Kompetenzberater/innen ausbilde, die als JobCoaches arbeiten, ist mir bekannt, dass viele Bildungsträger dieses Angebot unter ProfilPASS-Beratung, Kompetenzbilanzierung oder Biografisches Profiling im Portfolio haben. Nachfragen lohnt sich!

 

Copyright: Hanna Sostak