Statt ausbrennen, Kompetenzen nutzen

Ausgebrannt

Foto: Hanna Sostak

“Steig ab, wenn Du merkst, dass Du auf einem toten Pferd reitest” so lautet ein Indianer-Sprichwort. In unserer technologisch hochentwickelten Zeit kann die Übersetzung heißen: “Verlasse Dein Fahrzeug bevor es ausbrennt.”

Wer brennt wen aus?

Unternehmen sind immer nur so gut wie ihre Mitarbeiter/innen. DIese Binsenweisheit verdient in Zeiten des globalen Wettbewerbs eine größere Beachtung denn je. Der Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften bringt häufig Anspannung und Überforderung ins Team. So trifft es gerade die kompetenten und engagierten Mitarbeiter/innen: Sie fallen aus, weil sie ausgebrannt sind. Diagnose Burn-Out!

Dass diese Situation auch zum Burn-Out eines Unternehmens führen kann, zeigen branchenübergreifende Schließungen von Unternehmen wegen Personalmangel.

War of Talents

Personaler und Beratungsfirmen kämpfen um die Gunst von qualifizierten Fach- und Führungskräften. Mit attraktiven Anreizen, Persönlichkeitstests und Potenzialanalysen wird Jagd auf das perfekt passende Personal gemacht.  sogenannte War of Talents ist im vollen Gange.

Formale Qualifikationen werden überschätzt

Bewerber/innen mit sehr guten Abschlüssen und Referenzen haben sehr gute Chancen auf eine Einstellung. Umfrageergebnisse zeigen, dass im Bewerbungsverfahren zu 82% formale Qualifikationsnachweise wie Ausbildungs- und Studienabschlüsse, Schul- und Arbeitszeugnisse zugrunde gelegt werden. Wer seine Fähigkeiten auf anderen Wegen entwickelt hat, hat selbst bei überragenden Talenten kaum Chancen, diese unter Beweis zu stellen.

Die gleiche Umfrage ergab, dass gut eingearbeitete Mitarbeiter/innen für ihre Tätigkeiten nur zu 18% direkt auf ihre formalen Qualifikationen zurückgreifen. Die Schlüsselkompetenzen, auf die sie tagtäglich zurück greifen, sind auf keinem Zeugnis zu finden. Sie haben sie auf informelle Weise in ihren verschiedenen Lebensbereichen entwickelt.

Wichtige Kompetenzen liegen brach

Viele Mitarbeiter/innen könnten und würden gern mehr Leistung liefern, doch da sie mit den falschen Aufgaben betraut sind oder die falsche Position besetzen, geht nur Dienst nach Vorschrift. Das führt dazu, dass ein Großteil der Mitarbeiter/innen zwangsläufig ihre Kreativität für sich behalten müssen bzw. auf die Rentenzeit aufschieben. Wer die Sache mit der Work-Life-Balance verstanden hat, hat schöne Betätigungen und Hobbys für sich kultiviert, um den eigentlichen Potenzialen und Talenten Raum zu geben. Die Aktivitäten, in welchen nach unseren Umfragen Bestätigung, Anerkennung und Glück gefunden werden, liegen zu 80% außerhalb des Berufslebens. Gerade in diesen Lebensbereichen werden außerordentlich viele Talente und Fähigkeiten entwickelt, die im Berufsleben unerkannt bleiben und brach liegen.

Formale Qualifikationen alleine führen in eine Sackgasse

Umfrageergebnisse zeigen, dass es bisher recht wenig Wissen darüber gibt, über welche Kompetenzen Mitarbeiter/innen tatsächlich verfügen. Auch die Selbstorganisationsfähigkeit von Mitarbeitern wird kaum für relevant gehalten. Lange Zeit wurde die wertvolle Ressource Personal auf die formalen Qualifikationen reduziert, wodurch erhebliches Potenzial von Mitarbeiter/innen und Bewerber/innen ungenutzt blieb. Diese Form von Personalmanagement weiterzuführen brennt Unternehmen und Mitarbeiter/innen gleichermaßen aus. Menschen, die keinen Zugang zu ihrem Potenzial haben, sind demotiviert oder werden krank, Unternehmen, die keinen Zugang zum Potenzial ihrer Mitarbeiter/innen haben, stehen früher oder später vor dem Aus.

Potenziale und Kompetenzen erkennen und fördern

Für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen kann die Ermittlung von Kompetenzen von größtem Nutzen sein. Bisher unerkannte Fähigkeiten und Talente werden zutage gebracht. Dadurch werden Mitarbeiter/innen in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt und Profile geschärft. Ressourcen werden sichtbar gemacht, die als Grundlage zur Teamentwicklung, Umpositionierung oder Geschäftsfeldentwicklung genutzt werden können.Der Prozess der Kompetenzermittlung fördert die Selbstorganisation, Motivation und Verantwortung und stärkt die Mitarbeiterbindung.

Stärkung statt Ausbrennen

Seit 2010 ist es uns gelungen, Unternehmen und Organisationen dabei zu unterstützen, mithilfe der Kompetenzberatung ihre Mitarbeiter/innen nachhaltig zu stärken und im Unternehmen optimal einzusetzen. Durch die Berücksichtigung von non-formal erworbenen Fähigkeiten und Kompetenzen, erhielten diese Unternehmen einen erweiterten Zugang zu wichtigen Talenten und Kompetenzen. Mit selbstbewussten Mitarbeiter/innen in passenden Positionen können Unternehmen einer erfolgreichen Zukunft entgegensehen!

copyright: Hanna Sostak